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Uncharted 4: A Thief’s End

By Tony, 26. Mai 2016

Ihr solltet Uncharted 4 möglichst durchgespielt haben – es gibt vage Andeutungen.

Heute habe ich Uncharted 4: A Thief’s End beendet. Es war tatsächlich mein erstes Uncharted. Ich glaube aber, das hat der Erfahrung nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Vielleicht hätte ich nach den ersten drei Teilen auch Uncharted 4 nicht mehr gespielt?

Was Nathan und Sam angeht, hat Naugthy Dog den Prolog so gestaltet, dass ich auch ohne die ersten drei Teile und ohne Vorwissen genug über die beiden wusste, um sie zu mögen und ihre Beziehung zueinander einzuschätzen. Das hat mir sehr gut gefallen. Und weil es – glaube ich – genug Blogbeiträge und Reviews gibt, die Uncharted 4 ausreichend in den Himmel gelobt haben, konzentriere ich mich nachfolgend mal auf die Dinge, die mir nicht so gefallen haben.

Die Geschichte um Kapitän Henry Avery hat mich weitaus mehr gefesselt als die Geschichte um Nate und Sam, muss ich sagen. Die Story von einem Schatzjäger, der es nochmal wissen will, geht für mich klar und hätte vermutlich auch für Hollywood gereicht, aber war mir insgesamt (und gemessen an meinen Erwartungen) zu wenig. Sam hat der Sache natürlich eine kleine Würze gegeben und durchgeschüttelt hat es mich auch noch einmal, als seine Lüge aufgeflogen ist. Leider wurde sie bis zum Spielende nicht nochmal hinreichend thematisiert. Stattdessen gab man sich im Epilog damit zufrieden, die alternden Eltern zu zeigen, die ihrem Kind von vergangenen Abenteuern erzählen. Das wäre ehrlich gesagt auch das erste Thema, was mir für so einen Epilog eingefallen wäre – aber ich bin auch kein guter Geschichtenschreiber.

Die Gegenspieler von Nate und Sam fand ich nun auch nicht soooo einfallsreich, aber auf jeden Fall gut genug. Ihr Loyalitätsbingo konnte mich aber dann nach der Hälfte des Spiels auch nicht mehr überraschen (vor allem am Ende überhaupt nicht mehr, was der Sache allerhand Dramatik nahm).

Spielerisch hat mich Uncharted 4 leider schon nach ein paar Stunden nicht mehr überraschen können. Natürlich: Auch in anderen Spielen macht man immer das gleiche. Und ja, vielleicht ist es einfach nur nicht mein Ding. Die Kletterpartien, Schießerein und Rätseleinlagen lösen sich jedenfalls fein regelmäßig ab. Reinklettern, schießen, Rätsel lösen, schießen, von irgend jemandem abholen lassen – meistens Sully.

Natürlich macht das eine ganze Weile lang viel Spaß, auch mir. Ich habe Uncharted 4 ja auch durchgespielt. Aber wenn dann die 15. Kiste geschoben werden will, die 17. Holzbrücke einstürzt (Überraschung!!) und bei einem waghalsigen Sprung – wie immer – der steinige Felsvorsprung nachgibt und ich erst eine Etage tiefer zum festen Griff komme… naja. Vor den Schießerein hat man fast immer die Möglichkeit, die Passage im Stealth-Modus zu aktivieren, was ich eigentlich sehr gern probiert habe. Ansonsten habe ich mich auf die automatische Zielsteuerung verlassen.

Auch der Soundtrack hat mich ein bisschen enttäuscht, gemessen an der genialen musikalischen Unterlegung von The Last of Us. Das ist mir besonders aufgefallen, wenn ich durch Gebiete gegangen bin, die aussahen, als könnten sie aus The Last of Us stammen.

Ansonsten ist Uncharted 4: The Thief’s End natürlich ein sehr, sehr gelungenes Spiel und ich würde es weiterempfehlen. Optisch ist es absurd fantastisch und ich bin dutzende Male stehen geblieben, um mir etwas genauer anzusehen oder die Aussicht zu genießen. Außerdem ist die Technik absolut beeindruckend – auf diesem Niveau hatte ich einen einzigen Bug, und der war nicht weiter schlimm. Ich hoffe ihr habt bis zum Ende gelesen und wolltet mich nicht schon nach drei Absätzen zerreißen. Wie gesagt, Uncharted 4 hat mir genug Spaß gemacht, um es durchzuspielen, aber ich hatte halt mehr daran auszusetzen, als manch anderer. Und es macht auch mehr Spaß, zu kritisieren als zu loben. Die Messlatte hang auch ziemlich hoch nach The Last of Us und all dem Hype und den Lobpreisungen zu Uncharted 4.

2 Comments

  1. animeblog_de sagt:

    Guter Beitrag und freut mich dass dir das Spiel trotz ein paar Macken Spaß gemacht hat.

    Ich sehe das ganze im Großen und Ganzen ähnlich wie du: Super Grafik, gutes bis sehr gutes Gameplay und vielleicht nicht immer so super Fokus bei der Story und Pacingprobleme.

    Nach Uncharted 1-3 war mir dieser Teil fast schon zu Last of Us mäßig: Viele und lange Zwischensequenzen, weniger Kämpfe und sehr großer Storyfokus, was manchmal besser und manchmal weniger gut funktioniert hat.

    Naja ich will jetzt hier nicht noch ein weiteres Review schreiben. Wenn ich dir einen gut gemeinten Rat geben kann: Schau dir irgendwo eine Zusammenfassung von Teil 1 an und Spiel 2 und 3 selber, denn die sind richtig gut. Und mach es am besten nicht jetzt sofort, sondern wenn dich das Abenteuerfieber noch mal packt :D

  2. Nessa sagt:

    Ich muss doch schon jetzt schreiben, bevor mir alle Gedanken entfallen :D
    Und eins gleich vorab: es klang stellenweise echt so, als würdest du das Spiel nur widerstrebend mögen x’D

    Es würde mich sehr interessieren, wie du auf Uncharted 4 reagiert hättest, wenn du die ersten drei Teile schon gespielt (und gemocht) hättest. Viele Punkte die du angesprochen hast sind durchaus kritikfähig wenn auch nicht ungewöhnlich (in der Reihe). Elemente wie die Kisten, (Räuber-)Leitern sowie LuftundWassertaxi Sully sind typisch und tatsächlich wurde der Großteil ersterer Beiden aus dem finalen Spiel wieder entfernt xD
    Ich denke, beim Kennen und Mögen der Teile 1-3 sieht man vor allem auch den Epilog noch mal ganz anders als du. Und die Beziehung (und ihre Entwicklung) von Elena und Nate innerhalb der Reihe spielt auch noch mächtig mit rein. Für mich persönlich und viele andere langjährige Fans war der Epilog er ein krönender und wirklich großartiger Abschluss der Serie :’)
    Auch und vor allem all die kleinen, feinen Hints auf die Vorgänger sind einfach wundervoll. Mir sind die Emotionen während des Spiels ziemlich oft durch gegangen.

    Oh und wie schon im Tweet geschrieben finde ich es recht schade, dass du nicht auf Nate und Elena eingegangen bist. War für mich die am intensivsten behandelte Beziehung überhaupt und durch Emily Rose und Nolan North so SO gut umgesetzt, hng. Aber da du dich nur auf deine negativen Kritikpunkte konzentrieren wolltest, sei es verziehen :D

    Das Balancing wurde wohl auch geändert, weil sich viele beschwert hatten, dass es ZU viele Schießereien gab. Im zweiten Teil war es allerdings insgesamt und im Vergleich am allerbesten. Der zweite Teil ist für viele, mich eingeschlossen, auch der beste Teil der Trilogie. (U4 ist irgendwie outstanding, ich kann es nicht über U2 packen, aber auch niemals nie drunter, haha)

    Mit Loyalitätsbingo meinst du unter anderem auch Nadine? Fand es sehr gut und hatte es auch nicht so aufgefasst, dass es übermäßig dramatisch wirken sollte. Sie hat schon ihren Standpunkt klar gemacht, bevor sie auf Avery’s Schiff gingen. Rafe zwang sie, durch kaufen Ihrer verbliebenen Söldner, mitzukommen und sie ist dann eben solange unfreiwillig gefolgt, bis sie die Chance hatte zu gehen. Was Sam angeht, bei ihm soll es ja aufzeigen, wie sehr er vom Finden des Schatzes besessen ist. Nicht im so negativen Sinne wie Rafe aber besessen genug um in dem Moment schwach zu werden, als der Lastenzug reißt und er nicht auf die andere Seite kommt.

    Apropos reißen: jupp, den Gedanken bei den Brücken hatte ich auch sehr oft xD Allerdings wäre es auch fast etwas arg unlogisch, wenn die über 300 Jahre alten Holzbrücken 1a halten würden. Und sie wurden zum Glück schon als sehr angeschlagen dargestellt.
    Eventuell hätte dich das (Kampf)Gameplay auch nicht so schnell gelangweilt, wenn du ohne Autoaim gespielt hättest. Habs beim zweiten Durchgang auch mal aktiviert und ja…fordernd war da rein gar nichts mehr.

    Was das Thema TLoU angeht. Ich habe oft das Gefühl, dass ein paar Menschen bei U4 ein The Last of Us 2 erwartet haben. TLoU hat eine ganz andere Atmosphäre, ist um einiges düsterer. Das hat Druckman auch im Interview mit Glixel verdeutlicht. Uncharted 4 ist wesentlich anspruchsvoller (als seine Vorgänger) was die Charakterentwicklung angeht und auch ein Stück weit ernster als die vorherigen Teile. Aber es sollte nie so düster werden wie TLoU. Der OST hat sehr starke Stücke und einige, die eben nicht so vom Hocker reißen. Ich denke, es lag an der Atmosphäre, die The Last of Us hatte. Uncharted ist meiner Meinung nach einfach nicht SO atmosphärisch, setzt eher auf Action und offensichtlichen Augenschmaus sowie Humor + Prise Atmo.
    Aber New Devon oder? Da musste ich, vor allem bei den mit Moos überwucherten Räumen in die etwas Sonnenlicht fiel, tatsächlich sehr an TLoU denken. Tadaa, die Atmosphäre wars hier wieder xD

    Freue mich, dass es dir trotz der kleinen Kritikpunkte gefallen hat. Und jetzt kannst du dich in Ruhe auf The Last of Us 2 freuen :D