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ICO

By Tony, 20. Juni 2015

Heute Nacht habe ich ICO durchgespielt – das erste Mal. Wohlgemerkt die “HD-Fassung” aus der ICO & Shadow of the Colossus HD Collection für PlayStation 3. Ich wollte aber ein schönes Boxart oben hinsetzen. ICO ist nicht besonders gut gealtert, aber konnte auch bei mir nach all den Jahren noch einen gewissen Zauber auslösen.

Ich muss sagen, dass erste Stündchen war ein wenig zäh. Ich mochte es schon, wie man in die Welt geworfen wird, wie man selbst herausfinden muss, welcher Tastendruck welche Reaktionen hervorruft. Die Rätsel zunächst erstmal zu finden, bevor man sie lösen kann, das ist allerdings eine Sache, die heutzutage nicht mehr viele Spiele verlangen und die wir deshalb fast verlernt haben. Nachdem ich das realisiert hatte, habe ich es aber genossen.

Und spätestens als ich herausgefunden habe, dass man mit R1 Yorda nicht nur rufen kann, sondern sie durch Halten von R1 auch an die Hand nehmen kann, hatte mich ICO endgültig. Ich hatte Yorda fortan an der Hand, wann immer es nur ging und ich hatte immer ein äußerst ungutes Gefühl, wenn es nicht so war. Alleine sein, dass war schnell nicht nur des “Alleine seins”-wegen ein ungutes Gefühl, sondern auch, weil das heißt, dass auch Yorda alleine sein würde.

Es war immer äußerst befriedigend, wenn ich Yorda nach einer Kletterpassage, die sie nicht mitmachen konnte, wieder an der Hand hatte. Wenn ich in nur sechs Spielstunden ein Wesen, mit dem ich kein richtiges Wort gewechselt habe, so ins Herz schließen konnte, dann muss Fumito Ueda da etwas ganz Fantastisches geschafft haben.

Das gilt auch 14 Jahre nach dem Release des Spiels. Die Kamera im Spiel ist natürlich auch oder gerade nach 14 Jahren noch ganz schrecklich, aber naja. Und auch die Steuerung von ICO ist alles andere als ideal. In der Form würde ich das heute einem ansonsten hingebungsvollen Indie-Studio noch nachsehen. Natürlich, die Bewegungsabläufe von ICO sind charmant und es sieht ganz danach aus, als würde Fumito Ueda das auch nach The Last Guardian mitnehmen wollen, wenn ich an den E3-Trailer denke. Aber es wäre schon ganz angenehm, wenn man selbst trotz größter Vorsicht und Berechnung, nicht in Abgründe stürzen würde, weil die Figur die Eingaben ein wenig zu grob interpretiert oder die Kamera so plötzlich die Perspektive wechselt, das nun Rechts ist, wo gerade noch Links war.

Aber das ist nicht das, was bei mir von ICO hängen bleibt am Ende des Tages. Die Geschichte die ICO erzählt bleibt hängen, die wundervolle Beziehung, die sich zwischen Ico und Yorda aufbaut. Und sehr schöne Puzzles. ICO ist wirklich in vielerlei Hinsicht ein Gedicht und ich freue mich sehr, dass ich es nun nachgeholt habe. Als nächstes steht selbstverständlich Shadow of the Colossus auf dem Plan.