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Geniale Köpfe liegen halt auch mal daneben: Swery65

By Tony, 22. Mai 2015

Foto oben: Polygon

Die harmlose Frage eines Fans brachte Hidetaka “Swery65″ Suehiro bei Twitter so auf die Palme, dass er den PR-Mann von Access Games vor wenigen Tagen öffentlich diffamierte. “Ich habe eine Idee für euch – warum bringt ihr nicht eine Demo zur PC-Version von D4, damit die Leute es testen können, bevor sie es kaufen?”, fragte BoneCrusherKSA. Der offizielle Account von Entwickler Access Games reagierte freundlich und offen: “Danke! Aktuell gibt es keine Pläne für eine Demo, aber wir nehmen uns eure Kommentare immer zu Herzen.”

Ich weiß nicht, ob Swery65 einfach nur schlechte Laune hatte oder zu lange feiern war. Jedenfalls sah er es als notwendig an, mit diesem Tweet einzuspringen: “Hey hey @AccessGames! Lass dein unverantwortliches Getwittere! Ich werde entscheiden ob oder ob nicht – egal was deine Meinung dazu ist. Du bist nur ein PR-Typ.”, so Swery, der offenbar mal einen guten PR-Typen gebrauchen könnte.

Im Gegensatz zu Access Games setzte Swery65 mehrere Zeichen vor das “@AccessGames”, was bedeutet, dass alle seine Follower diesen Tweet sehen. Würde er das nicht tun, wäre es nur eine direkte Konversation zwischen @AccessGames und @Swery65, die nur Follower beider Accounts sehen. Doch Swery65 wollte den Tweet dem maximal großem Publikum zugänglich machen.

Zu meiner Überraschung bekam er für diese öffentliche Diffamierung seines eigenen Mitarbeiters jede Menge Applaus und Retweets. “Verdammt, Swery räumt auf wie ein King!”, antwortet ein Fan. Vom offiziellen Account des Publishers Playism gibt es ein “Baahhahah dizzity dizaaaamn!” – was immer das genau heißen soll, es klingt belustigt. “Motherfucking Swery räumt den Müll weg” oder “Haha, das ist lustig. Liebe dich, Swery” oder “So sollten sich Schöpfer verhalten” sind weitere Antworten. Kritik gibt es kaum.

Seit wann ist sowas lustig? Wahrscheinlich seitdem YouTuber in Videos fordern können, GdL-Gewerkschafter zu vergasen und dafür Tausende Likes kassieren. Der Mann hinter @AccessGames machte danach gute Miene zum bösen Spiel, retweetete einfach ein paar der total lustigen Antworten und somit war klar: Das Ding ist gar nicht so schlimm. Weiß man aber nicht.

Wir können nicht hinter die PCs gucken. In der Firma wird bestens bekannt sein, wer den Account betreibt. Gerade in Japan dürfte so eine öffentliche Maßregelung alles andere als angenehm sein. Dass man anschließend versucht, sein Gesicht zu wahren, passt da nur rein.

Oder ist doch alles nur eine PR-Aktion? Aufmerksamkeit für den PC-Release? Das ist denkbar – wäre aber nicht weniger dämlich. Schlechte PR mag auch PR sein, aber schlechte PR ist halt keine gute PR. Für 150 Retweets den eigenen PR-Mitarbeiter öffentlich diffamieren? Naja. Immerhin hatte Swery65 auch öffentlich weinerlich über die schlechten Absatzzahlen der Xbox-One-Version geklagt. Inzwischen hat sich D4 für Xbox One aber 1,3 Millionen Mal verkauft.

Da muss man nun nicht unbedingt einen Blogpost zu machen, kann man sagen. Muss man nicht. Aber das ist mein Blog und ich werde entscheiden ob oder ob nicht – egal was deine Meinung dazu ist.

Und ja, der Swery ist ein Querdenker, ein Verrückter und, und, und. Dazu gehört übrigens auch, dass er zur Zeit über eine Story nachdenkt, in der eine “High School Detektivin” ihre Vorstellungskraft durch Masturbation anregen kann. Naja. Bisher wollte kein Publisher Geld geben.

 

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