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Valiant Hearts

By Tony, 7. April 2015

Heute habe ich Valiant Hearts beendet. Ich schätze so zwischen sieben und acht Stunden habe ich gebraucht. Ich habe mir Valiant Hearts im Rahmen von PlayStation Plus heruntergeladen. Ich hatte mir ja kürzlich in einem Anflug von Kojima-Ehrerweisung ein neues Abo zugelegt, um P.T. zu spielen. Nachdem ich Valiant Hearts beendet habe, kann ich aber sagen, dass man durchaus auch Geld dafür ausgeben kann und sollte. Ich bin wirklich sehr positiv überrascht.

Valiant Hearts ist ein Puzzle-Adventure. Es geht größtenteils eindimensional von links nach rechts und von oben nach unten oder umgekehrt. Dabei gilt es, Rätsel zu lösen um den Spielfortschritt zu sichern. Über die gesamte Spielzeit hinweg waren die Rätsel sehr abwechslungsreich. Besonders schön waren die Rätsel, bei denen man auf die Unterstützung von Walt, dem Dobermann, angewiesen ist. Es gilt, ihn in die Lösung diverser Rätsel einzubinden. Einmal muss man ihm sogar eine Gasmaske aufsetzen, damit er ein wichtiges Item holen kann, das unter einer Gaswolke vergraben liegt. Neben den vielen, vielen abwechslungsreichen Rätseln gibt es auch andere kurzweilige Passagen wie einige Fluchtfahrten mit dem Auto, bei denen man dem Bombenhagel ausweichen muss, der im Rhythmus der treibenden Hintergrundmusik auf uns fällt.

Man übernimmt die Rolle von verschieden Figuren, mit denen man das Leid des Ersten Weltkriegs erfährt und deren Schicksale sie mal zusammen und mal auseinanderführen. Als Kulisse dafür dient die Westfront zwischen 1914 und 1917. Der junge deutsche Mann Karl, der auf dem Bauernhof von Emile in St. Mihiel in Frankreich arbeitet und sich dort in dessen Tochter Anna verliebt, ist einer der spielbaren Charaktere. Auch Anna und ganz besonders Emile sind über weite Strecken spielbar. Ebenso wie Freddie, der sich freiwillig in der Fremdenlegion meldete. Zum einzelnen Schicksal der Charaktere will ich nicht zuviel verraten. Es sind auf jeden Fall spannende, mitreißende und leidvolle Geschichten. Und das Ende von Valiant Hearts sollte jeder gesehen haben, der das Spiel begonnen hat. Da hatte ich wirklich zu kämpfen…

Erzählt wird die Geschichte von einem wie ich finde sehr gutem deutschen Erzähler. Auch alle Texte sind deutschsprachig. Neben dem Spiel selbst warten auch ständig aktualisierte Tagebücher der Charaktere und – besonders interessant – harte Fakten über den Ersten Weltkrieg. Sie passen thematisch immer zu den Kapiteln und liefern teilweise wirklich schockierende Details. Den Bildungsauftrag erfüllt Valiant Hearts auf jeden Fall…

Damit man nicht nur durch die Level hetzt, gibt es Sammelgegenstände. Zwischen drei und sechs in jedem Abschnitt, die teilweise sehr gut versteckt sind und teilweise auch vor der Nase liegen. Auch sie passen ins Szenario und erhalten beim Einsammeln alle eine Textbeschreibung, die euch weitere Geschichten und Kriegsdetails verrät.

Optisch sieht Valiant Hearts ebenfalls sehr schön aus. Es basiert auf der UbiArt Framework Engine, aus der auch Rayman Legends und Child of Light gebastelt wurden. Valiant Hearts hat nicht den ganz großen Soundtrack, aber den braucht es auch nicht. Viele Spielszenen sind ohnehin von Kriegsgeräuschen übersäht, andere von gespenstischer Stille. Das passt. Und da, wo es Musik braucht, gibt es meistens melancholisches Piano.

Gerne mehr DAVON, Ubisoft!

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Boxart (gibt’s natürlich nicht, ist nur digital) von 1upguide.com!