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Final Fantasy XIII-2

By Tony, 23. Februar 2015

Schon in den ersten Spielminuten scheint Final Fantasy XIII-2 die gröbsten und offensichtlichsten Fehler seines Vorgängers ausmerzen zu wollen. Bereits im ersten Abschnitt kann man mehrere Pfade einschlagen, die Umgebung erkunden und NPCs ansprechen. Man kann ihnen sogar im Rahmen des “Dialog-Triggers” mit einer von vier vorgegebenen Antworten begegnen! Es gibt simple “Portale” und “Fragmente” statt “fal’Cie” und “Cie’th”. Tutorials wurden extrem gekürzt, es gibt eine eche Händlerin, bei der man einkaufen kann und überhaupt fühlt sich alles zu Beginn viel mehr nach einem echten RPG an, als es noch bei Final Fantasy XIII der Fall war. Mit Noel scheint ein ziemlich interessanter Charakter in unser Final-Fantasy-XIII-Leben zu treten. Dann kommt auch noch die Chronosphäre dazu – durch die Zeit reisen, verschiedene Orte, verschiedene Zeiten? Was ist los? Wird das etwa awesome?

Fast. Final Fantasy XIII-2 macht so unglaublich viele Dinge besser als Final Fantasy XIII. Vor allem die Dinge, die viele Fans am Vorgänger intensiv kritisiert haben. Aber leider, leider vernachlässigt es dabei die Dinge, die ich an Final Fantasy XIII persönlich so geschätzt habe. Nämlich eine interessante Story und ein recht guter Charakter-Cast. Und nebenbei gesagt auch ein guter Soundtrack. Der hiesige ist mir leider entweder gar nicht oder nur negativ aufgefallen. War wohl nicht mein Geschmack…

Worum es in Final Fantasy XIII-2 eigentlich ging, das kann ich euch ein paar Stunden nach dem Durchspielen im Prinzip nicht wiedergeben. Ok, klar. Man will Lightning wiedersehen, Fang und Serah retten und irgendwie auch Snow. Und am Ende auch die Welt retten. Cocoon droht auf Pulse zu stürzen. Millionen Menschen würden sterben. Die Zukunft ist im Prinzip geschrieben. An Serah und dem neuen Charakter Noel Kreiss liegt es, dies zu verhinden.

Beide können durch die Zeit reisen und finden ihren Widersacher in Caius Ballad. Der wiederum will wie viele JRPG-Bösewichte etwas Gutes tun, nimmt dabei aber den Untergang der Welt in Kauf. Er ist Wächter der Zeitenseher. Doch das in die Zukunft blicken hat für die Zeitenseher eine dramatische Folge. Es schadet ihnen und sie sterben immer in jungen Jahren. Ihre Visionen lassen sich nicht verhindern, also will Caius Ballad sie schützen, indem er zerstört, was die Zeitenseher zerstört: die Zeit. Und mit ihr freilich die Welt und alles Leben, was sie bevölkert.

Insgesamt hat mich die Story einfach nicht richtig gefesselt. War in Ordnung, aber eben auch nicht mehr. Das mag auch daran liegen, dass es nur zwei spielbare Charaktere gibt. Platz für Beziehungen unter Charakteren bleibt da natürlich nicht viel. Schade, dass Snow, Hope und Sazh nicht Bestandteil des Spiels sind. Sie existieren und spielen sogar alle eine mehr oder weniger wichtige Rolle im Spiel. Ok, sie können halt nicht Zeitreisen – das kann schließlich nicht jeder. Aber das hätte man auch noch unterbekommen…

So bleibt es bei Serah und Noel. Die zierliche Serah hat mir eigentlich das ganze Spiel über nur ein Schulterzucken abgerungen. Noel scheint ein interessanter Charakter zu sein. Aber seine interessante Vergangenheit und überhaupt alles, was es mit ihm auf sich hat, wird – finde ich – viel zu spät aufgelöst. Immerhin hat er eine sehr glaubhafte Eigenmotivation.

Doch warum kann man (oder ich) Final Fantasy XIII-2 trotzdem durchspielen? Weil es in allem anderen plötzlich viel besser ist! Ich hatte es schon angedeutet. Man fühlt sich (im Gegensatz zu Final Fantasy XIII) sofort im Spiel. Schon die erste Gegend will erkundet werden und als sich dann die Portale öffnen, öffnen sich auch ungeahnte, diverse optionale und nicht-lineare Gelegenheiten. Orte in verschiedenen Jahren zu besuchen, das ist einfach interessant. Und es ist auch noch gut umgesetzt.

Die Orte und Städte sind belebt und voller Dinge, die entdeckt werden wollen. Ganz normale NPCs haben Quests für euch – sie sind nicht einmal mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet! Man kann überall viele Menschen ansprechen, um mehr über Ort und Zeit zu erfahren. Es gibt Minispiele (wenn auch keine so famosen wie in früheren Teilen) und es lohnt sich immer wieder, bereits besuchte Orte noch einmal aufzusuchen. Nicht nur um Quests zu lösen und unerforschte Bereiche zu betreten, sondern einfach auch, um die Zeitlinien zu vervollständigen.

Die wenigen QTEs passen. Der Dialog-Trigger ist nicht nur pro forma, sondern gab mir wirklich das Gefühl, unterschiedliche Reaktionen auszulösen – ob das letztlich so ist, kann ich gar nicht beurteilen, weil ich das Spiel nur einmal gespielt habe. Aber das Gefühl allein reicht ja beim ersten Durchspielen. Es geht sogar soweit, dass man in einer Situation bei einer “richtigen” Antwort das “Bad Ending” des Spiels sieht. Hätte man diesen Dialog anders abgeschlossen, wäre diese Sequenz womöglich verborgen geblieben. Ob das normale “Ending” dann gut ist, ist wohl die andere Frage…

Am Kampfsystem hat sich nicht viel geändert, aber das war auch nicht notwendig. Schock- und Paradigmensystem sind tolle Systeme, die diesmal gefühlt von Anfang an ausbalanciert waren. Eine große Änderung gibt es, weil zwei Charaktere für Kämpfe halt doch zu wenig sind. Ihr ergänzt die Party mit einem Monster! Viele Neuerungen bringt das aber nicht mit: Auch in Final Fantasy XIII hattet ihr einen dritten Partymitglied und auch den konnte man entwickeln. Monster haben nämlich ebenso ein Kristarium wie die Charaktere. Hier schreitet man aber nicht mit KP voran, sondern mit Items. Aber wie auch immer: Monster sammeln, Monster entwickeln – macht Spaß, passt.

Wie mir überhaupt alles Spaß machte, was nicht mit Story oder Charakteren zu tun hatte. Es ist fast schon ironisch. War Final Fantasy XIII für mich noch character- und story-driven, so war Final Fantasy XIII-2 für mich gameplay-driven. Wie würde Final Fantasy XIII heute wohl dastehen, wenn es gleich das beste aus beiden Spielen aufeinander vereint hätte?

21 Stunden habe ich für meinen Durchlauf gebraucht. Und hätte ich nicht noch zig andere Spiele zu spielen, würde ich glatt nochmal reinspringen und die ein oder andere Sache erledigen, die ich unerledigt ließ. Aber naja…

4 Comments

  1. Alex sagt:

    sehr schönes Review, für mich der beste Teil der 13 Trilogie… einer der wenigen Spiele die ich damals auf meiner 360 auf 1000G gespielt habe.. man war das ein Aufwand damals alle Monster zu fangen^^

  2. Tony sagt:

    Danke Alex! :-) Auch wenn du es vielleicht nicht so gemeint hast, will ich dennoch klarstellen: das ist natürlich kein “Review”! Sondern wirklich meine subjektive Meinung. Deshalb schreibe ich den Blog, damit ich hier schön frei Schnauze schreiben kann ;-)

    Ob FF XIII-2 besser oder schlechter als FF XIII ist, könnte ich gar nicht sagen. Ich habe beide Spiele gern durchgespielt, aber aus unterschiedlichen Gründen ^_^ Jedenfalls werde ich bald auch noch Lightning Returns nachholen. Aber erstmal kommt ja dann Type-0 HD. Und bis dahin ist Majora’s Mask angesagt ;)

  3. Ariana sagt:

    Ich mag den zweiten Teil ja mehr als den Ersten. :) Ist sicherlich Geschmackssache, aber die 13er Trilogie ist bei weitem nicht so grausam, wie es immer heißt. Klar sind viele Sachen anders, als in den Vorgängern, aber ich fande gerade dies sehr abwechslungsreich. Serah und Noel fande ich als Hauptcharaktere netter als Lightning. (Und neben Vanille meine Lieblingscharakter aus der 13er Reihe.) Sie kam mir so vor, als ob Square zwingend einen weiblichen Cloud einbringen wollte. XD Aber hast schon Recht, nur zwei Charaktere sind für ein RPG definitiv zu wenig. (Was bei Lightning Returns ja NOCH schlimmer ist…) War einer der wenigen Negativpunkte, die ich tatsächlich bei 13-2 hatte. Das man stattdessen Monster tamen konnte erinnerte mich eher an Pokémon und war nicht so meins. Ansonsten sagte mir die Story und der Soundtrack weitaus mehr zu, als eben im 1. Teil, aber wie du schon sagtest, Geschmackssache eben.
    Die Paradoxendings finde ich übrigens auch sehr Interessant, einfach, weil es einem ad noch mehr alternative Story bietet. Eines der wenigen Games, wo es richtig Spaß war, 100% zu bekommen, bei 13 war ich am Ende nur noch froh, dass es um ist… Hm, also nicht falsch verstehen, ich mag es, aber fande nach Pulse war es nur noch ein Haufen sinnloser Kämpfe und Storytechnisch passierte gar nichts mehr. Da verlor ich zumindest dann irgendwann die Lust. :/ Na ja, bin gespannt, wie du den letzten Teil finden wirst, habe ihn bis heute nicht großartig angerührt. Sollte mich vielleicht mal dazu aufraffen, aber na ja…

  4. animeblog_de sagt:

    Sehe vieles ähnlich wie du wobei bei mir die negativen Aspekte den Eindruck allerdings wesentlich stärker geprägt haben. Es macht einfach keinen Spaß ohne Story immer wieder in die gleichen Gegenden zu rennen wo sich aufgrund der anderen Zeit vllt. der Anstrich geändert hat und dann mal ab und zu einen bekannten Charakter vorbeihasten zu sehen der aber aufgrund der Nichtlinearität des Spiels auch nichts interessantes zu sagen hat. Und zur zweierparty sag ich lieber mal nichts…
    Trotzdem war es spielerisch ganz ok wie du auch schon gesagt hast, aber dann dieses Ende… [SPOILER] Erst ist alles ok und happy und yay, endlich geschafft und dann aus dem nichts ohne Begründung zieht man sich eine Entwicklung aus dem Hintern die weder absehbar war noch Sinn macht nur um LR hinten dran kloppen zu können[/SPOILER]
    Ne, damit war für mich mit FF XIII dann auch als Fan der Serie endgültig Schluss. Ach ja, erstmalig Story-DLC lol #nope