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Tales of Vesperia

By Tony, 3. Januar 2015

Zum Ende des Jahres habe ich Tales of Vesperia nachgeholt. Darauf wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen, hätte ich nicht vorher mit Tales of Hearts R mein erstes Tales-of-Spiel durchgespielt. Tales of Vesperia habe ich in knapp 40 Stunden in den Weihnachtsferien beendet.

Nachdem ich viel über Tales of Hearts R getwittert hatte, legten mir diverse Leute nahe, mit Tales of Vesperia weiterzumachen, denn das sei noch um Längen besser. Gesagt, getan! Wer hätte gedacht, dass ich die alte Xbox 360 nochmal rauskrame. Tales of Vesperia habe ich mir fix bei Amazon für 19,99 Euro bestellt. Nach einem Reprint ist das Spiel wieder so günstig zu haben.

Ich habe es nicht bereut! In der Tat ist Tales of Vesperia in vielerlei Hinsicht noch ein ganzes Stück besser als Tales of Hearts R. Das Kampfsystem empfand ich als zugänglicher, aber das kann vielleicht auch daran liegen, dass Vesperia nicht mehr mein erstes Tales-of war, so wie es Hearts R eben war. Ein großes Plus gibt es von mir persönlich für die sichtbaren Gegner in Dungeons und auf der Weltkarte. Die Zufallskämpfe in Hearts R waren in Ordnung, aber gerade, wenn man wie ich in diesem Fall nur die Story spielen will und Dinge am Rande am liebsten schnell einpacken möchte, waren sie doch stellenweise nervig.

Die Story ist episch. Wenn mich nun nach Hearts R und Vesperia jemand fragen würde, welches der beiden Tales-of-Spiele ich für eine gute Story empfehlen würde, es wäre Vesperia. Die Reise von Yuri Lowell beginnt ruhig und aus gutem Grund. Eigentlich will er nur einen Blastia-Dieb schnappen. Blastia sind die Energiequellen für alles, was in der Welt Terca Lumireis betrieben wird. Vom Brunnen bis hin zu den mächtigen Barrieren, die Städte vor den Monstern außerhalb schützen. Schritt für Schritt schlittert Yuri tiefer in das Abenteuer. Viel mehr will ich auch nicht verraten…

Yuri Lowell ist ein toller Hauptcharakter, um Längen besser als Kor Meteor – der einzige Vergleich, den ich bisher habe. Kor war auf seine Art auch sehr liebenswert, aber Yuri ist sogar bewundernswert. Mag auch daran liegen, dass er älter ist als Kor. Estelle ist mir hingegen bis zum Ende nicht so sehr ans Herz gewachsen wie Kohaku als Hearts R. Der Rest des Casts? Repede ist Yuris Hund und er bleibt ziemlich blass, was wohl vor allem daran liegt, dass er nicht sprechen kann. Rita umgehen einige Geheimnisse und Motivationen, sie ist bis zum Ende hin verschlossen, aber man spürt, dass sie uns mag – und wir mögen auch sie. Raven war mir hingegen lange Zeit umsympathisch. Für Karol hegt nicht nur Yuri Vatergefühle. Und Judith… tja, Judith – Weltklasse!

Schade ist es natürlich, dass uns im Westen nur die Xbox-360-Version des Spiels zugänglich ist. Wenn man mal davon ausgeht, dass die wenigsten Japanisch beherrschen. In Japan erschien später noch eine PlayStation-3-Version. Das allein ist natürlich zu verschmerzen. Leider bietet sie aber zusätzliche Inhalte. Die unsynchronisierten Szenen wurden nachsynchronisiert und mit Patty Fleur gibt es leider einen neuen Charakter, den mir gegenüber fast alle Tales-of-Fans als “den besten” bezeichneten. Außerdem ist Flynn permanent spielbar, auch das ist sehr schade, denn ich mochte ihn sehr.

Nichtsdestotrotz ist das kein Grund, die Finger von der Xbox-360-Version zu lassen, die in Deutschland sogar komplett mit deutschen Texten erschienen ist. Seit dem Reprint ist sie auch wieder für einen sehr angemessenen Preis zu haben. Wer eine Xbox 360 besitzt und Tales of Vesperia noch nicht gespielt hat, sollte das unbedingt tun.