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Mirror’s Edge

By Tony, 9. Januar 2015

Heute habe ich Mirror’s Edge für PlayStation 3 beendet. Einer der vielen PlayStation-3-Titel, die ich in Zukunft noch nachholen werde. Bei Mirror’s Edge hatte ich wohl eigentlich keinen Zeitdruck, denn der zweite Teil lässt sicher noch eine Weile auf sich warten. Aber zumindest kann ich jetzt mitdiskutieren, wenn es wieder Neuigkeiten zum Sequel von DICE gibt.

Die relativ schnelle Reise (etwa 7 Stunden ohne Extras) mit Hauptcharakter Faith war sehr originell und kurzweilig, aber auch oft nah an der Grenze zum Frust. Die Runnerpassagen gehen ziemlich schnell ins Blut über. Man klettert, rennt, hangelt und springt über Hochhäuser, durch Fahrstuhlschächte und durch die U-Bahn. Das geht funktioniert ziemlich schnell intuitiv. Was man vom Kampfsystem leider nicht behaupten kann – dem großen Ärgernis von Mirror’s Edge. Passenderweise gibt es in Ladebildschirmen auch ausschließlich Kampftipps.

Die Kampfpassagen an sich sind total sinnvoll und vom Umfang her gut bemessen, aber oft wirklich schwer. Und das liegt nicht unbedingt daran, dass Faith natürlich keine Kämpferin ist, sondern in erster Linie eine Runnerin. Und auch nicht an den zu starken Gegnern. Sondern einfach am frustrierenden Kampfsystem selbst. Am Anfang ist das noch kein Problem, denn man kann Kämpfen immer aus dem Weg gehen. Aber irgendwann kommen Passagen, bei denen das nicht ohne Weiteres möglich ist. Dann heißt es entweder Gegner ausschalten oder einen extrem, extrem guten Run hinzulegen, damit die Kugeln euch nicht erledigen. Viel mehr als zwei, drei Treffer und Faith ist hoffnungslos verloren.

Man kann Gegner im Nahkampf bearbeiten oder sie entwaffnen. Beides ist relativ schwer, besonders, wenn mehrere Gegner das Feuer auf Faith eröffnet haben – und es sind eigentlich immer mehrere Gegner, denen man sich stellen muss. Die Steuerung im Nahkampf ist einfach zu ungenau, die Schläge gehen vorbei, die Tritte sitzen nicht, das Timing beim Entwaffnen ist übersensibel. Dazu kommt natürlich, und das ist auch gut so, ein Stressfaktor der die Sache noch weiter erschwert. “So ein Noob” – könnt ihr jetzt sagen. Ist aber so. Der Frust gehört ganz sicher dazu bei Mirror’s Edge, aber ein ausgereifteres Kampfsystem hätte nicht geschadet. Man kann ja auch mit einem besseren Kampfsystem ein paar Mal sterben. Wenn ich schon sterbe, möchte ich zumindest das Gefühl haben, dass es mein Fehler war. Die Kämpfe sind auf jeden Fall etwas, an dem DICE für den zweiten Teil arbeiten muss und soweit ich das aufgeschnappt habe, auch wird.

Ich hoffe DICE macht aus den Runner- und Kletterpassagen im neuen Spiel kein Assassin’s Creed. Dort kann man ja bekanntlich überall hochklettern. Dass man in Mirror’s Edge erst das richtige Rohr, die richtige Plattform und das richtige Hochhaus zum Rüberspringen finden muss, macht die Runnerpassagen aber gerade aus. In der Ferne lauern ständig Polizisten, die auf Faith schießen. Dieser Stressfaktor, beim Runnen möglichst schnell den richtigen Weg einzuschlagen, ist viel von dem, was Mirror’s Edge ausmacht, glaube ich. Ich hatte mehr als einmal schwitzige Hände bei den Runnerpassagen.

Was mir darüberhinaus sehr gut gefallen hat, war das außergewöhnliche Artdesign. Allerdings wird es mit der Zeit auch repetitiv… Mirror’s Edge hat wohl gerade den richtigen Umfang, damit das nicht ins Gewicht fällt. Auch der Soundtrack ist sehr stabil. Die Musik passt hervorragend zu den entsprechenden Passagen. Sehr schön ist auch der Titelsong mit Vocals, der mir aber seltsamerweise erst im Abspann aufgefallen ist. Auch die Zwischensequenzen im Comic-Stil sind schön. Die Story ist so lala… aber Mirror’s Edge ist wohl ohnehin eher gameplay-driven. Auf jeden Fall einer der wenigen EA-Titel, den man durchaus gespielt haben darf. Hoffentlich lässt der Publisher-Riese dem kleinen schwedischen Studio DICE auch diesmal freie Hand.

Zu guter letzt: Ein Lob für die sehr kurzen Ladezeiten nach dem Tod. Man stirbt ziemlich oft. Öfter noch als in The Evil Within. Nicht auszudenken, wenn sich die Ladezeiten am Mikami-Spiel orientiert hätten.